10 Okt

Handschrift-Erkennung in OneNote

Ein digitales Notizbuch wie OneNote macht im Zusammenspiel mit einem Tablet-PC oder einem Grafik-Tablett als Mausersatz noch mehr Sinn. Dank der Stiftbedienung kannst Du viel Zeit sparen, zum Beispiel wenn Du bei einer Konferenz Protokoll führen oder bei einer mündlichen Prüfung mitschreiben musst. Du kannst Deine Notizen schon währenddessen direkt per Stift auf einer OneNote-Seite machen. OneNote macht aus Deinen Notizen später einfach einen lesbaren Text. Das mühsame Abtippen Deiner „Sauklaue“ kannst Du Dir in Zukunft sparen!

Wie die Stiftbedienung zum Beispiel mit einem Surface Pro 4 von Microsoft funktioniert, habe ich Dir bereits in einem früheren Artikel gezeigt. Dort habe ich Dir auch erklärt, wie Du für schnelle Notizen und einfache Mitschriften die OneNote-App für Windows 10 nutzen kannst.

Handschrift in der OneNote-App

Bislang bietet nur die Desktop-Version von OneNote im Umgang mit Handschrift den entscheidenden Vorteil. Sie kann Deine handschriftlichen Notizen erkennen und in einen getippten Text umwandeln. Wie das in wenigen Sekunden funktioniert, möchte ich Dir in diesem Artikel kurz vorstellen.

Handschrift erkennen und in Text umwandeln

Alle verfügbaren Optionen rund um Handschrift findest Du auch hier in der Funktionsleiste unter dem Reiter „Zeichnen“:

Funktionsleiste "Zeichnen" in OneNote

Wähle zum Schreiben und Zeichnen zunächst einen der vorgegebenen Stifte aus. Über das Auswahlfeld „Farbe und Stärke“ rechts daneben kannst Du die Stiftstärke und die Farbe bei Bedarf auch anpassen. In diesem Beispiel nutze ich einen einfachen dünnen schwarzen Stift.

OneNote für Lehrer - Banner

Lege eine neue OneNote-Seite an. Statt die Überschrift der Seite per Tastatur einzugeben, schreibe ich sie diesmal direkt mit dem Stift auf dem Tablet. Keine Sorge: Mit ein wenig Übung gelingt Dir das fast so gut wie mit einem klassischen Kugelschreiber auf Papier!

Handschrift in Titelleiste

Wie gut funktioniert nun die Handschrift-Erkennung in OneNote? Wir probieren es aus! Rechts oben in der Funktionsleiste findest Du die Option „Freihand in Text“.

Freihand in Text

Du musst nur einmal darauf klicken. Schon wird aus Deiner Handschrift ein richtiger – im besten Fall korrekt umgewandelter – Text:

Test mit Handschrift in OneNote

Die Handschrifterkennung funktioniert erstaunlich gut, auch bei längeren Sätzen. Vor allem wenn Dein handgeschriebener Text in Zeilen untereinander notiert ist, kann OneNote Deine Aufzeichnungen gut deuten.

Immer wenn Du auf „Freihand in Text“ klickst, werden alle handschriftlichen Notizen auf der aktuellen OneNote-Seite umgewandelt. Falls Du mal nur einen Teil davon konvertieren möchtest, kannst Du diesen Teil vorher über die „Lassoauswahl“ aus der Funktionsleiste gezielt markieren.

Längere Notiz in OneNote

Auch wenn die Handschrift-Erkennung schon ziemlich ausgereift wirkt: Ich empfehle Dir, Deine umgewandelten Texte immer zu prüfen – auch auf Rechtschreibung und Satzzeichen. In diesem Beispiel ist nur ein Leerzeichen zu viel eingefügt worden. Wenn aber mal ein ganzes Wort falsch erkannt wird, kann das natürlich viel peinlichere Folgen haben.

Handschrift umgewandelt

Mathematische Gleichungen erkennen und umwandeln

Über die Funktion „Freihand in Gleichung“ werden sich vor allem Mathe-Lehrer freuen. Mathematische Ausdrücke wie Brüche oder komplexe Formeln lassen sich oft nur mühsam per Tastatur eingeben. OneNote hilft Dir dabei handschriftliche Gleichungen in eine gedruckte Textform zu bringen.

Wähle die Funktion einfach mal aus. Du findest sie ebenfalls in der Leiste oben – direkt rechts neben „Freihand in Text“. OneNote öffnet ein kleines Fenster. Auf der karierten gelben Fläche kannst Du nun per Stift eine beliebige Formel eingeben. OneNote erkennt diese umgehend und gibt sie in dem Textfeld darüber wieder.

Mathematische Gleichung mit Wurzel

Du kannst einzelne Teile Deiner Notiz auch noch korrigieren, falls es bei einer komplexeren Formel nötig sein sollte oder etwas nicht korrekt erkannt wird. Wenn Du schließlich zufrieden bist und auf „Einfügen“ klickst, landet Deine Gleichung als gut lesbarer Text auf der OneNote-Seite. Du kannst diesen Text natürlich wie gewohnt noch bearbeiten, also zum Beispiel die Größe, Farbe oder Schriftart ändern. Beachte dabei, dass nicht jede Schriftart alle mathematischen Zeichen korrekt darstellen kann.

Wenn Du auf einer OneNote-Seite nur einen Teil einer handschriftlichen Notiz in eine Gleichung umwandeln möchtest, musst Du diesen erst wieder über die Funktion „Lassoauswahl“ separat markieren. Im nächsten Schritt wird dann auch nur dieser Teil in die karierte Zeichenfläche eingefügt und entsprechend umgewandelt.

Formel in OneNote

Anders als die OneNote-App kann die Desktop-Version von OneNote leider noch keine gezeichneten Formen erkennen und umwandeln. Diese Möglichkeit habe ich Dir bereits in einem anderen Blog-Artikel vorgestellt. Wie mehrfach in diesem Blog beschrieben unterscheiden sich die diversen OneNote-Versionen in ihren Funktionen leider noch stark. Das kann für Anwender oft auch verwirrend sein.

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In jedem Fall kann Dir die Handschrift-Erkennung im Lehreralltag viel Zeit sparen. Mache Dich am besten mit der Funktion vertraut. Das ist der perfekte Zeitpunkt, um Dir Deine „Sauklaue“ abzugewöhnen, so dass zumindest OneNote Deine Handschrift gut lesen kann. 😉

7 Gedanken zu „Handschrift-Erkennung in OneNote

  1. Pingback: Surface für Lehrer: Tablet mit Zubehör in Schule und Unterricht | OneNote für Lehrer

  2. Schön wäre es, wenn OneNote bei dieser Aktion nicht immer abstürzen würde.. bei mir hat es an zwei verschiedenen Rechnern noch nie geklappt

  3. Lieber Herr Malter,

    ich merke, die weitere Kommunikation macht hier nicht viel Sinn.
    Aber eine Anmerkung muss ich als Mathelehrer noch machen:

    Natürlich ist -8 mal -8 auch 64. Aber darum geht es doch gar nicht. Die Gleichung x^2 = 64 hat selbstverständlich zwei Lösungen: +8 und -8. Aber die Quadratwurzel ist nun einmal definiert als die nichtnegative Lösung dieser Gleichung. Und – Entschuldigung! – dass Sie das in der Schule anders gelernt haben, das glaube ich Ihnen nicht. Das ist nun einmal so festgelegt und wird in keiner deutschen oder sonstigen Schule anders unterrichtet. Lesen Sie es nach!

    Schöne Grüße,

    Uwe jarych

  4. Haben Sie vorher zwanzig Jahre Kalligraphie studiert?
    Bei mir wird – fast – gar nichts erkannt. Für normale, also krakelige, Handschrift gibt es bis heute keine brauchbare Software! „Brauchbar“ heißt für mich: Ich lege ein Schülerheft mit wirrem Gekritzel auf meinen Scanner und bekomme einen strukturierten, lesbaren Text zurück. Und als Mathelehrer wünsche ich mir, dass handgeschriebene Formeln erkannt werden. Das klappt in Onenote mit Mühe bei 1 + 1 ( in der Hälfte aller Fälle wird nicht einmal eine normale 1 erkannt! ), aber bei echten Formeln grundsätzlich gar nicht. Statt Malpunkten muss man dieses dämliche Sternchen malen, dass in Wirklichkeit niemand benutzt. Bei Integralen werden die Grenzen nicht erkannt, griechische Buchstaben schon gar nicht.
    Und wenn ich jedesmal zwischen Formel- und Texterkennung wechseln muss, also mindestens drei- oder viermal pro Zeile, dann geht Tippen immer noch schneller.
    Wäre ja schön, wenn es funktionierte. Tut es aber nicht! Urlaubspostkarten schreibe ich per Hand. Für die Schule noch völlig unbrauchbar!

    • Hallo Herr Jarych, vielen Dank für Ihren Kommentar! Um Sie direkt zu beruhigen: Ich habe weder Kalligraphie studiert noch halte ich meine Handschrift für besonders hübsch. 😉 In den Beispielen im Artikel sehen Sie, wie die Handschrift-Erkennung bei meinen spontanen Aufzeichnungen recht problemlos funktioniert. Auch bei mathematischen Formeln kann ich mich bislang über die Erkennung nicht beschweren. Zwei Fragen: Mit welchem Gerät arbeiten Sie? Nutzen Sie einen Tablet-PC mit Stiftbedienung oder ein Grafik-Tablet für handschriftliche Notizen? Und ist in ihren OneNote-Optionen „Deutsch“ als Sprache eingestellt? Beste Grüße, Stefan Malter

      • Lieber Herr Malter,

        mein Kommentar sollte kein persönlicher Angriff gegen Sie sein. Ich hoffe, dass Sie das nicht in den falschen Hals bekommen haben. Persönlich kenne ich Sie doch gar nicht. Ich bin nur erheblich verärgert über die phantastischen Versprechungen der Software-Anbieter, die nicht einmal ansatzweise erfüllt werden.
        Ich benutze ( oder eher: benutzte, denn inzwischen liegt das Ding im Keller und gammelt vor sich hin! ) ein Samsung ATIV Tab3. Dass hier die Kalibrierung des Stiftes nie funktioniert und ich die Schrift ganze Zentimeter vom Aufsatzpunkt des Stiftes entfernt finde, habe ich in meinem gestrigen Kommentar nicht erwähnt, weil es nicht unmittelbar zum Thema gehört. Und selbstverständlich ist Deutsch als Sprache eingestellt. Sooo blöd bin ich auch nicht.
        Könnte Ihre Behauptung, mit mathematischen Formeln keine Probleme zu haben, daran liegen, dass Sie gar keine benutzen? Ihr Beispiel mit der Wurzel aus 64 legt diese Vermutung nahe. Erstens ist schlicht falsch, was da steht: Die Wurzel aus 64 ist 8, und nicht – 8 ( Sorry, aber das kann ich mir als Mathelehrer nicht verkneifen! ). Zweitens würde ich einem Schüler, der so ein Wurzelzeichen schreibt, kräftig Punkte abziehen. Drittens ist das keine Formel, sondern eine Gleichung. Viertens ist das von Mathematik so weit entfernt wie Politik von Intelligenz, also unendlich weit. „Mathematische Formeln“ fangen frühestens, wenn man im Bereich Schule überhaupt schon von so etwas sprechen kann, bei Integralen an. Und Mathematik ohne griechische Buchstaben geht nunmal nicht. Darauf, und auf dieses alberne Sternchen, das weder in der Schule noch sonstwo jemand für die Multiplikation benutzt, sind Sie in Ihrer Antwort gar nicht eingegangen.
        Außerdem schreiben Sie in Ihren Beispielen gar nicht in Hand-, sondern in Druckschrift. Die einzelnen Buchstaben sind – übertrieben weit – getrennt. Das so etwas besser erkannt wird, ist klar. Ich rede von echter Handschrift.
        Auch auf das Problem des ständigen Hin- und Herspringens zwischen Text- und Formelerkennung gehen Sie leider gar nicht ein.
        Ich bin einfach verärgert über diese ständigen Halbheiten, die wir als Lehrer sofort und ohne Prüfung auf die Schule übertragen sollen. Mit einem Smartboard kann ich nichts, was ich mit einem Stück Kreide nicht schneller und besser kann ( Abgesehen von irgendwelchem Blödsinn, den man in der Schule nie braucht: Das Tafelbild der letzten Woche will ich gar nicht speichern! Das sollen meine Schüler abschreiben! Nur so haben sie eine Chance, die Inhalte zu lernen. Und Internet brauche ich in Mathe nicht. ). Allein das Hochfahren der normalerweise schon bei der Anschaffung veralteten Schulrechner dauert fünf Minuten. Ich bin kein Technikfeind. Dafür kann ich mich noch zu gut daran erinnern, wie ich beim Schreiben meiner Diplomarbeit alle paar Sekunden das Typenrad meiner Schreibmaschine auswechseln musste, um griechische Buchstaben zu bekommen. Eine funktionierende Handschrifterkennung wäre eine echte Hilfe. Aber ich habe noch keine gefunden!

        Schöne Grüße,

        Uwe Jarych

        • Hallo Herr Jarych,
          keine Sorge: Ich freue mich über Ihre ausführliche Rückmeldung und habe das auch überhaupt nicht als Angriff verstanden. Da ich ein einfacher Anwender und weder Software- noch Hardware-Hersteller bin, sehe ich mich auch gar nicht in der Rolle, hier „in die Bütt“ zu springen.
          Tatsächlich schreibe ich – übrigens auch auf Papier – in Druckbuchstaben und nicht in Schreibschrift. Im Sinne der besseren Lesbarkeit habe ich mir das schon seit vielen Jahren angewöhnt. Dass eine Software jede persönliche Handschrift mit geschwungenen und ineinander verschlungenen Buchstaben korrekt deuten kann, halte ich für eine unrealistische Erwartungshaltung. Dass Sie ferner mit den aktuellen Technik-Möglichkeiten nicht zufrieden sind, tut mir leid. Das werden wir beide aber nicht lösen können. Geben Sie den Entwicklern der Software doch gerne Ihr Feedback, damit diese die Angebote in Ihrem Sinne verbessern können.
          Ich kann Ihnen in diesem Blog nur die Möglichkeiten aufzeigen, die OneNote als kostenloses Angebot aktuell bietet. Wie an mehreren Stellen in diesem Blog beschrieben: Inwiefern Sie diese Möglichkeiten im Rahmen Ihres Unterrichts integrieren können, müssen und dürfen Sie selbstverständlich komplett frei entscheiden. Wenn Sie mit Kreide besser klar kommen, dann nehmen Sie doch gerne Kreide. Ich werde Sie nicht zwingen, auf digitale Technik umzusteigen. Die Verärgerung über „ständige Halbheiten“ ist bei mir jedenfalls nicht gut aufgehoben.
          Dass „Deutsch“ als Sprache eingestellt ist, ist je nach OneNote-Version übrigens nicht selbstverständlich. Mit Blödheit hat das jedenfalls wenig zu tun. Und: Schon vor meinem Mathematik-Leistungskurs habe ich in der Schule tatsächlich gelernt, dass die Wurzel aus einer Zahl im Ergebnis immer „plus/minus“ benannt wird – weil -8 mal -8 ja auch 64 ist. Wenn das damals oder heute falsch war oder ist, dann danke ich Ihnen herzlich für den Hinweis. Den m.E. in diesem Zusammenhang irrelevanten Unterschied zwischen Gleichung und Formel kenne ich. Den Tonfall schreibe ich Ihrer Verärgerung zu.
          Ich wünsche Ihnen in jedem Fall weiterhin gutes Gelingen und wenig Ärger in Ihrem Schulalltag – auf dass uns die digitalen Technologien weiterhin mehr unterstützen als gängeln.
          Beste Grüße, Stefan Malter

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